Im Jahre 1942 entstand am Rande Zagan (Sagan) das Kriegsgefangenen-Lager der Luftwaffe Nr 3, auch kurz Stalag Luft 3 genannt (es lag zwischen Sagan und der Sieldung Karliki-Carlswalde) ein Offiziers-Gefangenenlager für Flieger, welches unmittelbar dem Oberbefehl der Luftwaffe unterworfen war.
Es war das jüngste Lager in Zagan (Sagan), es entstand im Mai 1942 auf dem Gelände, das östlisch an das Lager Stalag VIII C angrenzte. Anfangs weilten in ihm fast ausschließlich britische Offiziere der RAF - und Amerikaner, aber ab Juni 1942 auch einige Franzosen, Belgier, Holländer, Polen, Kanadier, Australier, Litauer, Norweger, Gesamtzahl der Neuseeländer, Südamerikaner, Griechen und Tschechoslowaken. Unsere Landsleute (Polen) bildeten unter den Europäern die zahlreichste, 100 Personen umfassende Gruppe. Die Gesamtzahl der Gefangenen im Lager Luft 3 betrug im Jahre 1944 10.494 Personen.
 Die Gefangenen des Stalags Luft 3 unternahmen zahlreiche Fluchtversuche. Zu der größten Flucht, die durch das im Frühjahr 1943 geschaffene Komitee "X" organisiert worden war, das Luftwaffen-Major Roger Bushell leitete, kam es in der Nacht vom 24. zum 25. März 1944, als durch einen speziell ausgegrabenen Tunnel in einer Länge von 111m und einer Tiefe von ca. 10 m 80 Personen hindurchgelangten. Nach Entdeckung der Flucht und dem durch den Wachposten augelösten Alarm wurden vier Gefangene gleich am Tunnelsausgang ergriffen. Auf dem Territorium des Reiches wurde eine groß-Razzia ausgerufen. Leztlich gelang es nur drei Gefangenen erfolgreich zu fliehen: Leutnant Jens Muller - Norweger; Sergeant Per Bergslund ("Rockland") - Norweger; Bram van der Stock - Holländer; die übrigen 73 Flüchtlinge wurdwn ergriffen. Das war die größte Flucht von Fliegern aus Zagan. Aufgrund eines Befehls Hitlers unter dem Namen "Sagan Befehl" wurden 50 der ergriffenen Gefangenen erschossen, darunter sechs Polen: Navigator Major Antoni Kiewnarski, Pilot Leutnant Stanis³aw Król sowie die Navigatorien Leutnante: Wlodzimierz Kolanowski, Jerzy mondschein, Kazimierz Pawluk und Pawel Tobolski. Der von Himmler auf Anweisung Hitlers unteschriebene "Sagan-Befehl" lautete: "Die zunehmende Zahl von Ausbrüchen Kriegsgafangener bedeuteteine Bedrohung der inneren Sicherheit des Raiches sowie Sabotage gegenüber der Anstrengung des deutschen Volkes in seinen Kampfe gegen die Feinde Großdeutschlands durch Störung des Transportwesens und Beanspruchung militärischer Einheiten und der Zivilbevölkerung für die Verfolgung. Die bisherigen Schutzmaßnahmen erwiesen sich als nicht genugend. Zur Abschreckung befahl der Führer, mehr als die Halfte der gefaßten Offiziere zu erschießen. Ich befehle daher, daß die Kriminapolizei die gefangen RAF-Offiziere der Gestapo übergibt. Nach der Vernehmung sind die Gefangenen gemäß der durch den Chef der Kriminapolizei Nebe und den Chef der geheimen Staatspolizei Müller erstellten Namensliste in Richtung des Mutterlagers abzutransportieren und unterwegs zu erschießen. Man soll das mit einen Fluchtversuch oder geleisteten Widerstand bergründen. Niemand von den sich auf der Liste befindlichen Personen kann verwundet sein oder sich retten. In Fällen weiterer Ausbrüche soll in ähnlicher Waise vorgegangan werden, wobei auf die Herausgabe der Ausführungsbestimmungen durch mich gewartet werdensoll. Dieser Befehl ist streng geheim zu behandeln" (Quele: Paul Brickhill, The Great Escape, London 1951. Seite 212). Achtzehn Täter der Verbrechen - Ausführer des Saganer Befehls - hatten sich vor dem englischen Militärgericht in Hamburg im Jahre 1947 zu verantworten. Am Ende des Prozesses wurden 14 Angeklagte zum Tode verurteilt, das bei 13 vollstreckt wurde, die übrigen erhielten langdauernde Gefängnisstrafen.
Ausbrüche aus diesem Lager waren das Thema zahlreicher Filme. Der bekannteste von ihnen ist der in den sechziger Jahren gedrehte Film amerikanischer Produktion unter dem Titel "die Große Flucht", in welchen Steve Mc Queen und Charles Bronson die Hauptrollen spielen.
(Ausgearbeitet aufgrund von Musemsmaterial und des Buches von Rajmund Szubinski "50 aus Zagan (Sagan)" Warszawa 1987).
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